Glossar & Definitionen

Gutachten

Wiederkehrende Formulierungen in Verkaufsanzeigen historischer Fahrzeuge

Gutachten
Eine solche Preziose ohne langes Gutachten zu erwerben, wäre töricht.

Jeder Verkäufer stellt seine Ware in möglichst positivem Licht dar. Das ist üblich und legitim, auch bei historischen Fahrzeugen. Manche Formulierungen liest man in Verkaufsanzeigen immer wieder, in Zeitschriften und im Internet ebenso wie unmittelbar an den Fahrzeugen. Was wollen die Verkäufer damit ausdrücken? Worauf sollten Kaufinteressenten achten? Eine Sensibilisierung.

 

Was steckt also hinter dem Begriff "Gutachten" in einer Verkaufsanzeige? 

 

Gedanke: Es soll suggeriert werden, dass die Preisvorstellung des Verkäufers von einem Gutachten, erstellt von einem unabhängigen Sachverständigen, gestützt wird.

Realität: Gutachten ist nicht gleich Gutachten. Im Zusammenhang mit historischen Fahrzeugen werden hauptsächlich Kurzbewertung und langes Gutachten unterschieden.

Weist eine Verkaufsanzeige auf das Vorhandensein eines Gutachtens hin, handelt es sich häufig nicht um ein langes Gutachten, sondern um eine Kurzbewertung, die ursprünglich nur für diesen einen Zweck erdacht wurde: zur Festlegung einer Kaskoversicherungsprämie.

Um die Kosten für den Versicherungsnehmer niedrig zu halten, wird bei einer Kurzbewertung meist auf das Anheben des Fahrzeugs per Hebebühne, auf eine Probefahrt sowie auf die detaillierte Untersuchung und Bewertung aller Baugruppen verzichtet. Somit stellt eine Kurzbewertung lediglich eine grobe äußerliche Inaugenscheinnahme dar. Hiermit eine Preisvorstellung zu begründen, erscheint gewagt.

Neben dem Umfang ist auch der Erstellungszeitpunkt des Gutachtens von Bedeutung, denn auch ein langes Gutachten ist nur eine Momentaufnahme. Älter als ein Jahr sollte ein als Verkaufsargument genutztes langes Gutachten nicht sein.

Fazit: Kein X für ein U vormachen lassen! Für den Fahrzeugverkauf zählt allein ein aktuelles langes Gutachten.