Glossar & Definitionen

Kein Wartungsstau

Wiederkehrende Formulierungen in Verkaufsanzeigen historischer Fahrzeuge

Autor:  Peter Diehl
kein_Wartungsstau
Im Gegensatz zu modernen Fahrzeugen spielt bei Oldtimern die Markenbindung der Werkstatt kaum eine Rolle.

Jeder Verkäufer stellt seine Ware in möglichst positivem Licht dar. Das ist üblich und legitim, auch bei historischen Fahrzeugen. Manche Formulierungen liest man in Verkaufsanzeigen immer wieder, in Zeitschriften und im Internet ebenso wie unmittelbar an den Fahrzeugen. Was wollen die Verkäufer damit ausdrücken? Worauf sollten Kaufinteressenten achten? Eine Sensibilisierung.

 

Wofür steht "kein Wartungsstau"?

 

Gedanke: Die Formulierung soll auf ein Fahrzeug hinweisen, bei dem unmittelbar nach Kauf kein Geld für Wartungsarbeiten ausgegeben werden muss.

Realität: Ausschlaggebend ist, was als Beleg für diese Behauptung vorgelegt wird. Nichts außer der Rechnung für die letzten Wartungsarbeiten? Das ist kein Nachweis für Kontinuität, die auch und insbesondere bei historischen Fahrzeugen wichtig ist. Gibt es hingegen einen Ordner mit zahlreichen, regelmäßig datierten Werkstattrechnungen und HU-Protokollen und sind diese einschließlich der darin fixierten Kilometerstände plausibel, ist der Nachweis erbracht. Hierauf kommt es wirklich an – nicht nur auf die letzte, unmittelbar vor dem Verkauf erfolgte Einzelwartung.

Enorm wichtig ist zudem, welche Werkstatt die Arbeiten ausführte. Im Gegensatz zu modernen Fahrzeugen, mit denen sich zunächst vor allem Markenbetriebe auskennen, sind es bei historischen Fahrzeugen meist spezialisierte Werkstätten ohne Markenbindung, die ihre Kompetenz über Jahrzehnte aufgebaut und gefestigt haben. Ausnahmen bestätigen auch diese Regel. Bei Oldtimern zählen vor allem Erfahrung und Reputation, die bei der ausführenden Werkstatt vorhanden sein müssen.

Fazit: Nicht von der alleinigen letzten Wartung und der Rechnung eines Markenbetriebs täuschen lassen.