Glossar: Begriffserklärungen

Begriffe rund um die Zündanlage

Autor:  Peter Diehl
Oldtimermotor mit kontaktgesteuerter Batteriezündung und rotierender Zündspannungsverteilung
Oldtimermotor mit kontaktgesteuerter Batteriezündung und rotierender Zündspannungsverteilung

Mitunter ist es nicht einfach, nahe beieinander liegende Begriffe klar zu trennen. Wir helfen dabei. Für andere, bislang mehr schlecht als recht erklärte Begriffe finden wir allgemein verständliche Worte.

 

Wodurch differenzieren sich beispielsweise Magnet- und Batteriezündung?


Im Gegensatz zum kompressionsbedingt selbstzündenden Dieselmotor, benötigt der Ottomotor zur Entflammung des verdichteten Kraftstoff-Luft-Gemischs eine Zündquelle. Als solche fungiert zylinderselektiv die Zündkerze, präziser ausgedrückt die durch ihre beiden Elektroden gebildete Funkenstrecke, und das bereits seit 1902. Von der Glührohrzündung als frühere Bauart der Zündanlage soll hier nicht die Rede sein.

Die elektrische Schaltung, welche letztlich den Zündfunken erzeugt, arbeitet nach dem Prinzip des Gleichspannungswandlers: Der Primärstrom fließt durch die Primärwicklung der Zündspule und baut dort ein Magnetfeld auf. Durch die Unterbrechung des Stromflusses wird das Magnetfeld abgebaut, was über den gemeinsamen Eisenkern beider Wicklungen in der Sekundärwicklung eine Spannung induziert. Diese Sekundärspannung schlägt an der Funkenstrecke der Zündkerze über und zündet das Kraftstoff-Luft-Gemisch. Leiterquerschnitte und Windungszahlen bestimmen das „Übersetzungsverhältnis“ zwischen Primär- und Sekundärwicklung.

Verschiedene Ansätze und technischer Fortschritt führten zu unterschiedlichen Detailentwicklungen. Daraus resultieren die folgenden Fachbegriffe mit quasi konträrer Bedeutung.

Magnetzündung/Batteriezündung
Bei der Batteriezündung wird die elektrische Energie für den Primärstromkreis von der namensgebenden Batterie bereit gestellt, während die Magnetzündung unabhängig von einer konstanten Spannungsquelle arbeitet. Das Funktionsprinzip der Magnetzündung erklärt am Beispiel des Mokicks Simson S51: Auf einer Grundplatte an der Kurbelwelle sitzt die so genannte Primärspule, um die ein Dauermagnet mit Lücke rotiert. Der Dauermagnet baut das zur Spannungsinduktion nötige Magnetfeld auf, die Lücke lässt es zusammenbrechen, woraus in der Primärspule die elektrische Energie für den Primärkreis der unterhalb des Kraftstofftanks sitzenden, eigentlichen Zündspule entsteht. Letztere arbeitet wie bereits beschrieben.

kontaktgesteuerte Zündung/elektronisch gesteuerte Zündung
Unterbrecherzündung und mechanische Zündung sind Synonyme für kontaktgesteuerte Zündung. Gemeint ist, dass ein mechanisch betätigter Kontakt den Stromfluss im Primärstromkreis unterbricht und somit letztlich den Zündfunken auslöst. Bei elektronisch gesteuerter Zündung übernimmt das, wie es der Name vermuten lässt, ein elektronisches Bauteil, beispielsweise ein induktiver Geber.

rotierende Zündspannungsverteilung/ruhende Zündspannungsverteilung
Diese Unterteilung betrifft mehrzylindrige Motoren, hauptsächlich Viertakter. Besitzen sie einen so genannten Zündverteiler, der die im Sekundärstromkreis induzierte Hochspannung zu den Zündkerzen der einzelnen Zylinder leitet, handelt es sich um rotierende Zündspannungsverteilung. Seit den 1990er Jahren ist die ruhende Zündspannungsverteilung üblich, entweder mit zentraler Zündspule oder einzelnen Spulen für jeden Zylinder, auch Direktzündung genannt.