Glossar: Begriffserklärungen

Cabrio & Co.

Autor:  Peter Diehl
Cabrio & Co
Trotz anders lautender Verkaufsbezeichnung eindeutig ein Cabriolet: Maserati Ghibli Spyder

Mitunter ist es nicht einfach, nahe beieinander liegende Begriffe klar zu trennen. Wir helfen dabei. Für andere, bislang mehr schlecht als recht erklärte Begriffe finden wir allgemein verständliche Worte.

 

Ist jeder offene Pkw ein Cabriolet?

 

Längst nicht jeder offene historische Pkw ist tatsächlich ein Cabriolet. Auch kann es sich um eine Cabrio-Limousine, ein Coupé-Cabriolet, einen Sedanca de Ville, ein Landaulet, einen offenen Tourenwagen, einen Roadster, einen Kübelwagen oder eine Mischform handeln. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Differenzierung zwischen Verkaufsbezeichnung und tatsächlicher Karosseriebauform. Beispiel BMW Z3: Dessen offene Variante entspricht der Bauform Cabriolet, trägt aber die Verkaufsbezeichnung Roadster. Auch der Mercedes-Benz 300 SL Roadster (Baureihe W198 II) entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Cabriolet.

Bauformen offener historischer Pkw
Bauform Unterscheidungskriterien Beispiel

Cabriolet (auch Kabriolett)

zwei- oder viertürig, aufklappbares gefüttertes Verdeck, versenkbare Seitenscheiben Porsche 911 Cabriolet, Baureihe 964

Cabrio-Limousine

zwei- oder viertürig, aufklappbares gefüttertes Verdeck, statische B-Säulen, C-Säulen und Fensterrahmen BMW 3er Baur Cabriolet, Baureihe E21

Coupé-Cabriolet

zweitürig, aufklappbares, meist mehrteiliges Blechdach Mercedes-Benz SLK, Baureihe R170

Sedanca de Ville (auch Coupé de Ville)

Fahrer (Chauffeur) und Beifahrer sitzen im Freien (ggf. mit Notverdeck), die Fondpassagiere sitzen im hinteren, geschlossenen Karosserieabteil Bugatti Type 41 Royale

Landaulet

Chauffeurfahrzeug, bei dem sich nur das Verdeck des hinteren Teils der Karosserie (Passagierabteil) öffnen lässt; das Verdeck kann unterschiedlich lang sein und beispielsweise bis zur Trennwand oder nur bis zu den Fondsitzen reichen

Mercedes-Benz 600 Landaulet, Baureihe W100

offener Tourenwagen

viertürig, ungefüttertes Verdeck, ggf. seitliche Steckscheiben (keine Kurbelfenster) Horch 400 Polizei-Mannschaftswagen

Roadster (auch Spider, Spyder oder Speedster)

zweitürig, zweisitzig, Notverdeck, seitliche Steckscheiben (keine Kurbelfenster) Morgan 4/4

Kübelwagen

zwei- oder viertürig, Notverdeck, ggf. Steckscheiben, ggf. ohne Türen, geländegängig, oft militärisch genutzt Sachsenring Trabant 601 Kübel (P601A und P601F)

Ist der offene historische Pkw tatsächlich ein Cabriolet und wurde er in den 1930er bis 1950er Jahren als Mercedes-Benz produziert, unterscheidet man die Cabriolets A, B, C, D, E oder F.

Mercedes-Benz Cabriolets der 1930er bis 1950er Jahre
Typ

Zahl der Türen

Zahl der

Seitenfenster

Zahl der

Sitzplätze

Fertigungs-

zeitraum

Beispiele

(chronologisch)

Cabriolet A 2 2 2

1930er bis 1950er Jahre

170V, 500K, 170S, 220, 300S

Cabriolet B 2 4 4

1930er bis 1950er Jahre

170V, 500K, 170S, 220

Cabriolet C 2 2 4

1930er Jahre

290, 500K

Cabriolet D 4 4 4

1930er bis 1950er Jahre

230, 320, 770, 300

Cabriolet E 4 4 6

1930er Jahre

320 (sehr selten)

Cabriolet F 4 6 6

1930er Jahre

290, 320, 770

Quelle: Daimler AG, Mercedes-Benz Classic Archives & Collection