Glossar: Begriffserklärungen

Historische Berufsbezeichnungen

Autor:  Peter Diehl
Historische Berufsbezeichnungen
Für derartige Arbeiten werden heute Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Karosserietechnik ausgebildet.

Mitunter ist es nicht einfach, nahe beieinander liegende Begriffe klar zu trennen. Wir helfen dabei. Für andere, bislang mehr schlecht als recht erklärte Begriffe finden wir allgemein verständliche Worte.

 

Was taten Stellmacher und Wagner?

 

Im Zusammenhang mit Reparatur, Restaurierung oder Neuaufbau der Karosserien von historischen Fahrzeugen ist mitunter von alten und zum Teil nicht mehr ausgebildeten Berufen die Rede. Wir erklären Stellmacher/Wagner sowie Flaschner/Spengler/Klempner.

Insbesondere die Karosseriegrundkörper von Oldtimern aus der Vorkriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit bestehen zu mehr oder weniger großen Teilen aus Holz. Hierfür wurden in Herstellerwerken und werden in Werkstätten Stellmacher/Wagner benötigt.

Ein Stellmacher/Wagner fertigt, repariert oder restauriert hölzerne Teile, Komponenten und Geräte – von Werkzeugstielen über landwirtschaftliche Geräte, Schubkarren und Schlitten bis hin zu Fuhrwerken, Kutschen und eben Automobilkarosserien.

Beide Berufsbezeichnungen werden heute synonym und regional unterschiedlich verwendet, im Norden des deutschen Sprachraums eher Stellmacher, im Süden eher Wagner. Aus früherer Zeit ist die getrennte Verwendung überliefert: Der Wagner fertigt die Räder, der Stellmacher den Wagenkörper (das Gestell). In Deutschland wird der Beruf des Stellmachers/Wagners heute nicht mehr ausgebildet.

Der Flaschner/Spengler/Klempner hingegen beschäftigt sich mit Teilen und Komponenten aus Metallblechen, die er fertigt, repariert oder restauriert. Das kann Gebäudedächer und Dachrinnen ebenso betreffen wie kunsthandwerkliche Objekte (Zierklempner) und eben Fahrzeugkarosserien.

Die sprachliche Herkunft der einzelnen, heute meist synonym verwendeten Berufsbezeichnungen lässt sich wie folgt erklären.

  • Flaschner fertigten Flaschen und andere Gefäße aus Metall, oft für militärische Zwecke
  • Spengler stellten Beschläge und Spangen her
  • Klempner bearbeiteten Bleche durch Hämmern und Klammern

Trotz häufig synonymer Verwendung existieren regionale Unterschiede. So wird in Nord- und Mitteldeutschland vom Klempner gesprochen, während im Süden des deutschsprachigen Raums meist vom Spengler und gebietsweise vom Flaschner die Rede ist.

Der im deutschen Kfz-Gewerbe heute ausgebildete Beruf trägt die sperrige Bezeichnung Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Karosserietechnik. Ein ganz anderer Beruf, nämlich der heutige Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, wird umgangssprachlich ebenfalls als Klempner bezeichnet.