Glossar: Begriffserklärungen

Oldtimerversicherung

Autor:  Peter Diehl
Oldtimerversicherung
Oldtimerversicherung autosan CLASSIC auf dem Ost-Mobil-Meeting Magdeburg (OMMMA) 2019

Mitunter ist es nicht einfach, nahe beieinander liegende Begriffe klar zu trennen. Wir helfen dabei. Für andere, bislang mehr schlecht als recht erklärte Begriffe finden wir allgemein verständliche Worte.

 

Was unterscheidet Oldtimer- und konventionelle Kfz-Versicherung?

 

Rund 70 Prozent der historischen Fahrzeuge auf deutschen Straßen sind konventionell und somit wie moderne Alltagsfahrzeuge versichert. Was verwundert, denn für die konventionelle Kfz-Versicherung gilt der Grundsatz, dass Nutzung und fortschreitendes Alter den Fahrzeugwert kontinuierlich reduzieren. Andere Wertentwicklungen, sprich Stabilität und Steigerung, wie man sie von vielen historischen Fahrzeuge kennt, bleiben unberücksichtigt. Im Schadenfall kann das zum Desaster führen – monetär und emotional.

Eine gute, allerdings auch die einzige Alternative ist die Spezialversicherung für historische Fahrzeuge, für die es derzeit in Deutschland etwa zwei Dutzend Anbieter gibt, unter eigenem Namen auftretende Makler eingeschlossen. Der Gedanke, der zu dieser Spezialisierung führt, lautet: Von Ausnahmen abgesehen, werden historische Fahrzeuge selten und sorgsam bewegt sowie in Garagen verwahrt. Folglich kommen Schäden und Diebstähle wesentlich seltener vor als bei Alltagsfahrzeugen, was neben Erfahrungswerten auch Statistiken belegen. Branchenintern spricht man von geringerer Schadenquote.

Werden historische Fahrzeuge separat versichert, resultiert daraus ein spezieller Tarif mit im Regelfall reduzierten Prämien, zugleich aber auch mit auf die besonderen Fahrzeuge abgestimmten Leistungen bei Schäden. Anders formuliert: Versicherungen, die einen so genannten Oldtimer-Tarif anbieten, profitieren einerseits von der geringen Schadenquote der Klientel, geben den Kostenvorteil aber auch an diese weiter. Andererseits wissen die Versicherungen sehr wohl, dass Schadenbeseitigungen an Oldtimern meist höhere Ansprüche stellen als an Alltagsfahrzeugen. Grundsätzlich sind Oldtimer also bei auf diese Fahrzeuge abgestimmten Versicherungen in den besseren Händen.

Allerdings ist Oldtimer-Versicherung nicht gleich Oldtimer-Versicherung. Zunächst erscheint verständlich, dass Versicherungen mit ihren Oldtimer-Tarifen nur solche Besitzer ansprechen wollen, die ihre historischen Fahrzeuge tatsächlich selten und sorgsam bewegen sowie in Garagen verwahren. Anfragen von Besitzern in die Jahre gekommener Alltagsfahrzeuge, die nach einer billigen Versicherung suchen, müssen abgelehnt werden, um das niedrige Prämienniveau halten zu können. Hierbei helfen einschränkende Klauseln, deren Zahl und Auslegung von Anbieter zu Anbieter variieren.

  • keine Alltagsnutzung (ein Alltagsfahrzeug muss vorhanden sein)
  • ausschließlich private Nutzung
  • begrenzte Fahrleistung (z. B. 8.000 km/Jahr)
  • Beschränkung auf im Vertrag vermerkte Fahrer
  • Mindestalter und Mindestführerscheinbesitz der Fahrer
  • Garagenunterbringung
  • Ausschluss bestimmter Fahrzeugarten (z. B. Hot Rods)
  • Ausschluss bestimmter Kraftstoffe (z. B. Flüssiggas)
  • kein historischer Rennsport, keine Teilnahme an Veranstaltungen mit Höchstgeschwindigkeitswertung (z. B. Mille Miglia oder Tour Auto)

Erwähnenswert ist zudem, dass die Prämienberechnung unabhängig von Typ- und Regionalklassen erfolgt und auch Schadenfreiheitsklassen nicht beitragsrelevant sind, womit die Rückstufung im Schadenfall entfällt. Berechnungsgrundlagen sind Alter und Motorleistung (Haftpflichtprämie) bzw. Alter und materieller Wert (Kaskoprämie).