Glossar: Begriffserklärungen

Panzerzündspule

Autor:  Peter Diehl
Panzerzündspule
Panzerzündspule an der Motorspritzwand eines Volvo

Mitunter ist es nicht einfach, nahe beieinander liegende Begriffe klar zu trennen. Wir helfen dabei. Für andere, bislang mehr schlecht als recht erklärte Begriffe finden wir allgemein verständliche Worte.

 

Wodurch unterscheidet sich eine Panzerzündspule von einer konventionellen Zündspule?

 

Bei einer Panzerzündspule handelt es sich nicht um die Zündspule eines Panzers, wie man irrtümlich annehmen kann, sondern um eine – übertrieben formuliert – gepanzerte Zündspule. Hintergrund ist der Diebstahlschutz für das Fahrzeug. Deshalb akzeptieren Prüfer der Hauptuntersuchung (HU) eine Panzerzündspule auch als alternative Sicherungseinrichtung gegen unbefugtes Benutzen. Matthias Gerst von TÜV Süd Classic bestätigt die Vorgehensweise: „Eine Panzerzündspule ist tatsächlich gleichwertig zum Lenkradschloss. Das steht auch in einer Erläuterung des StVZO-Paragrafen 38a.“

Die „Panzerung“ der Zündspule ist quasi zweiteilig. Teil 1 besteht darin, die Klemme 15 der Zündspule so zu positionieren, dass sie vom Motorraum aus nicht erreichbar ist. Meist ist die Unterseite des Zündspulengehäuses mit der Motorspritzwand verschraubt. Dort, also nicht an der Zündspulenkappe nahe den Klemmen 1 und 4, sitzt auch die Anschlussklemme 15, die somit nur vom Fahrzeuginnenraum aus zugänglich ist. Das von Klemme 15 des Zündschlosses zur Klemme 15 der Zündspule führende Kabel ist gänzlich in flexiblem Metallschlauch verlegt, was Teil 2 der „Panzerung“ darstellt.

Durch die beiden Maßnahmen wird der Diebstahl des Fahrzeugs auf eigener Achse zumindest verzögert, weil das Überbrücken des Zündschlosses (von Klemme 30 der Starterbatterie oder des Zündschlosses zu Klemme 15 der Zündspule) erschwert wird. Dieses dauerhafte Überbrücken, bei zugleich kurzzeitigem Überbrücken der Klemmen 30 und 50 am Zündschloss oder am Starter, würde Dieben den Motorstart ohne Zündschlüssel ermöglichen.

Die Volvo-Baureihen PV444/544 (Spitzname „Buckel“) und P120 („Amazon“) wurden ab Werk mit Panzerzündspulen bestückt. Fehlt die Panzerzündspule, empfiehlt sich ihr Wiedereinbau, zumal sie noch immer erhältlich ist, und sei es als Gebrauchtteil. Eine Nachrüstung erscheint hingegen nicht sinnvoll, weil diese mit einem irreversiblen Eingriff in die Karosserie (Bohrungen in der Motorspritzwand) verbunden wäre.