Glossar: Begriffserklärungen

Talbot-Spiegel

Talbot-Spiegel
Talbot-Spiegel an einem Ferrari 250 GT California Spyder

Mitunter ist es nicht einfach, nahe beieinander liegende Begriffe klar zu trennen. Wir helfen dabei. Für andere, bislang mehr schlecht als recht erklärte Begriffe finden wir allgemein verständliche Worte.

 

Was ist das Besondere an einem Talbot-Spiegel?

 

Wer Talbot-Spiegel sagt, meint Pkw-Außenrückspiegel, deren Gehäusegrundkörper eine charakteristische Trichterform aufweisen und die in den 1950er bis 1970er Jahren meist nachträglich montiert wurden. Talbot + Co. mit Sitz im West-Berliner Stadtteil Schöneberg fertigte die Spiegel nicht nur in verschiedenen Gehäusematerialien und -oberflächen (beispielsweise verchromtes Messing oder schwarz eloxiertes Aluminium), sondern auch mit rundem, ovalem oder kissenförmigem Gehäusekopf. Eine sportlichere Fahrzeugoptik vor Augen, wählte man damals als Anbauorte häufig die Vorderkotflügel, seltener die Türen.

Neben der Nachrüstung wurden Talbot-Spiegel auch optional oder in Serie ab Werk montiert, etwa bei BMW 2000 (Typ 120), Mercedes-Benz 300 SL (W198/W198 II) und Porsche 356.

Allerdings ist nicht jeder Pkw-Außenrückspiegel mit trichterförmigem Gehäusegrundkörper ein Talbot-Spiegel. Das erfolgreiche Erstausrüstungs- und Zubehörteil fand weltweit Nachahmer, wobei die Vermutung der mitunter fehlenden Lizensierung nahe liegt. Echte Talbot-Spiegel sind anhand ihrer siegelähnlichen Kennzeichnung identifizierbar. Zitat aus einer damaligen Werbeanzeige des Herstellers: „[…] nur echt mit grün-schwarzer Linsen-Marke Talbot Berlin […]“.

Neben Pkw-Außenrückspiegeln fertigte Talbot + Co. weitere Rückspiegel, u. a. für Krafträder. Letztere sogar mit integrierten Blinkleuchten, und das bereits in den 1950er Jahren. Die Namensgleichheit zur ursprünglich britischen, später französischen Automarke Talbot ist zufällig.