Glossar: wiederkehrende Formulierungen

Einzelstück

Autor:  Peter Diehl
Einzelstück
Ein echtes Einzelstück: Rolls-Royce Phantom VI Frua Cabriolet.

Jeder Verkäufer stellt seine Ware in möglichst positivem Licht dar. Das ist üblich und legitim, auch bei historischen Fahrzeugen. Manche Formulierungen liest man in Verkaufsanzeigen immer wieder, in Zeitschriften und im Internet ebenso wie unmittelbar an den Fahrzeugen. Was wollen die Verkäufer damit ausdrücken? Worauf sollten Kaufinteressenten achten? Eine Sensibilisierung.

 

Wie lautet die Definition von Einzelstück?

 

Gedanke: Je attraktiver das historische Fahrzeug (Karosserie, Antriebsstrang etc.) und je geringer die produzierte Stückzahl, umso höher sein Wertpotenzial. Die Formulierung will hier ansetzen und ein besonders wertvolles Fahrzeug suggerieren.

Realität: Ein Einzelstück wurde in der Stückzahl 1 gefertigt, beispielsweise ein Prototyp oder ein auf Kundenwunsch professionell zum so genannten Shooting Brake umgebauter Aston Martin DB6. Bei sehr großzügiger Auslegung des Begriffs zählen auch solche Fahrzeuge darunter, die mit ihrer Ab-Werk-Kombination von Außenlackierung und Innenausstattung nachweislich nur einmal existieren. Die Betonung liegt hierbei auf ab Werk und auf nachweislich, denn eine nachträgliche Veränderung ist in diesem Zusammenhang nicht relevant und gesondert zu beurteilen. Häufig wird die Formulierung aber auch für äußerlich veränderte Fahrzeuge verwendet, beispielsweise für einen Mercedes-Benz der E-Klasse-Baureihe W124 (Limousine) oder C124 (Coupé), versehen mit einer Motorhaube im Stil des S-Klasse-Coupés C126 (SEC-Haube), was den 124er weder schöner noch wertvoller macht. Auch ein Fahrzeug mit besonders niedriger Fahrleistung ist kein Einzelstück.

Fazit: Mit etwas Erfahrung und den heutigen Recherchemöglichkeiten lässt sich meist einfach und schnell herausfinden, ob es sich tatsächlich um ein Einzelstück handelt.