Im Schadenfall

Tipps zur Vor-Ort-Dokumentation eines Unfallschadens

Autor:  Peter Diehl
Dokumentation_Unfallschaden

Selbst bei sorgsamstem Umgang mit dem historischen Fahrzeug lässt sich dieses manchmal nicht vor einem Schaden bewahren. Handelt es sich um einen Unfallschaden, ist für die spätere Meldung an die Versicherung von Bedeutung, Unfallhergang und Schadenumfänge zu dokumentieren.

 

Der Einfachheit halber gehen wir für unseren beispielhaften Schaden davon aus, dass der Unfall auf einer kaum befahrenen Straße geschah, keine Personenschäden forderte, keine Kraft- oder Betriebsstoffe austreten, Fahrzeug und Fahrer in Deutschland gemeldet sind und nichts auf den Einfluss von Alkohol oder Drogen sowie auf einen provozierten Unfall hinweist. In vergleichbaren Situationen wird selten die Polizei hinzugezogen, so dass der Versicherungsnehmer Hergang und Schaden selbst zu dokumentieren hat. Dank geringstem Verkehr und Unversehrtheit aller Beteiligten gefährdet er während der Dokumentation weder andere noch sich selbst.

Trotz der beschriebenen Verkehrslage ist es wichtig, zunächst die Unfallstelle zu sichern. Dazu gehören das Einschalten der Warnblinkanlage, das Tragen der Warnweste und das Aufstellen des Warndreiecks mit der jeweils geforderten Distanz zur Gefahrenstelle: 50 Meter innerorts und 100 Meter auf Landstraßen. Autobahnen (mindestens 150 Meter) bleiben hier außen vor, denn Sicherheit geht vor Dokumentation.

Nun zur Dokumentation, die von moderner Technik, sprich von Mobiltelefonen und Smartphones mit Kamerafunktion, enorm vereinfacht wird. Nach dem Reinigen der Optik bitte die folgenden Motive aufnehmen:

  • Gesamtansicht aus entsprechender Entfernung
  • Positionen der beteiligten Fahrzeuge und ihre Lage zueinander, möglichst aus verschiedenen Blickwinkeln
  • relevante Details (Bremsspuren etc.)
  • ggf. beschädigte Verkehrsleiteinrichtungen etc.
  • Schäden am eigenen und gegnerischen Fahrzeug

Je nach Entwicklung der Verkehrssituation, kann Letzteres auch später an anderer Stelle erfolgen, beispielsweise in der beauftragten Werkstatt.

Erfordert die Verkehrssituation das schnelle Räumen der Unfallstelle, ist es sinnvoll, zuvor die Positionen der beteiligten Fahrzeuge (Ecken, Räder, Lenkeinschlag) mit weißer Kreide auf der Fahrbahn zu markieren und die Markierungen nach dem Entfernen der Fahrzeuge zu fotografieren.

Eine Handskizze als Draufsicht des gesamten Bereichs mit Fahrtrichtungen und Positionen der beteiligten Fahrzeuge inkl. deren Lagen zu Bezugspunkten (Seitenstraßen, Einfahrten, Bordsteine, Leiteinrichtungen, geparkte Fahrzeuge, Gebäude etc.) ist eine hilfreiche Ergänzung zum europäischen Unfallbericht, der wegen der Angaben zum Unfallgegner ebenfalls noch am Unfallort ausgefüllt werden sollte.

Bezüglich der Schuldfrage bitte vor Ort keine Erklärung abgeben, jedoch bei vermuteter Unschuld nach Zeugen suchen und deren Personalien notieren.

Verweigert der Unfallgegner die Kooperation, kann dessen Haftpflichtversicherung über die zentrale Servicetelefonnummer der Kfz-Versicherer 0800 250 2600 erfragt werden. In diesem Fall sollte dennoch die Polizei hinzugezogen und das Kennzeichen des gegnerischen Fahrzeugs gut lesbar im Bild festgehalten werden.

Falls nötig, lässt sich später auf Basis der vor Ort erstellten Fotos und der Handskizze eine gut interpretierbare Skizze der Unfallsituation anfertigen. Ganz einfach gelingt das beispielsweise mit der kostenlosen Software von unfallzeitung.de[1] , indem die dort vorhandenen Symbole durch Anklicken, Ziehen und Drehen zur Skizze kombiniert werden. Hinweis: Im Schriftfeld unterhalb der Skizze bitte Angaben zu Personen vermeiden.