Glossar: Spitznamen

Spitznamen für Bauteile

Autor:  Peter Diehl
Katzentreppe am DeLorean DMC 12
Katzentreppe am DeLorean DMC 12

 

Mitunter neigen Menschen dazu, Spitznamen zu vergeben. Für andere Menschen, aber auch für Objekte, beispielsweise Fahrzeuge. Für historische Fahrzeuge und deren Bauteile haben wir mehr als 100 Spitznamen zusammengetragen, alphabetisch geordnet und erklärt. Manche Spitznamen sind nur in Teilen der Bundesrepublik bekannt, wodurch unser Nachschlagwerk selbst für Kenner zu einer Fundgrube wird.

 

Spitzname

Fahrzeug

Produktions-
zeitraum
Hintergrund

Barock-Räder

Mercedes-Benz E-Klasse-Vorgänger (W/S/C123), S-Klasse (W116 + W126), SL (R/C107)

1972 bis 1985

serienmäßige oder optionale Aluminiumräder mit 15 kurzen Speichen in barock wirkendem Design, hergestellt von der Otto Fuchs KG, Meinerzhagen

Elefantenfüße

VW Käfer 1303

ab August 1972

im Lauf der Produktion des VW Käfer wurden dessen Heckleuchten immer größer; die größten Heckleuchten, genannt Elefantenfüße, besitzt die Baureihe 1303

Frittentheke

diverse Pkw, in der Regel Coupés oder Sportwagen

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auffällig gestalteter Heckspoiler (meist ein Flügelspoiler) mit großer und nahezu ebener Fläche, die dazu verleitet, etwas darauf abzustellen

Gullideckel-Räder

Mercedes-Benz 190 (W201), E-Klasse (W/S/C/A124), S-Klasse (W126 + W140), SL (R107 + R129)

1985 bis 1993

serienmäßige oder optionale Aluminiumräder mit flächigem Design und 15 ovalen Öffnungen nahe dem Felgenhorn, die an einen Gullideckel erinnern

Katzentreppe

diverse Pkw, meist Coupés oder Sportwagen mit flach stehenden Heckscheiben, aber auch Limousinen und andere Karosserieformen

1960er bis 1980er Jahre

äußerer, gleichmäßig stufenförmiger Sonnenschutz für die Heckscheibe, in der Regel aus schwarz durchgefärbtem Kunststoff gefertigt, ab Werk montiert (z. B. BMW M1, Lamborghini Miura, DeLorean DMC 12) oder nachgerüstet (z. B. zahlreiche Lada in der damaligen DDR)

Radpfeifen

Jensen 541, Mercedes-Benz 190 SL, Mercedes-Benz 300 SL Coupé und Cabriolet, Rometsch Beeskow Coupé und Cabriolet

1951 bis 1956 bzw.
1954 bis 1963

wulstförmige Ausformungen der Kotflügel oberhalb der Radläufe, bei Jensen 541, Mercedes-Benz 190 SL und 300 SL an allen, beim Rometsch Beeskow nur an den vorderen Radläufen

Sacco-Bretter

Mercedes-Benz 190 (W201 ab Modellpflege Herbst 1988), E-Klasse (Limousine W124 und Kombi S124 ab Modellpflege Herbst 1989, Coupé C124 und Cabriolet A124 ab Start),
S-Klasse (W126 + W140), SL (R129)

1985 bis 2001

brettartige Verkleidungen der unteren Bereiche von Kotflügeln, Türen und Seitenteilen mit angepassten Übergängen zu den vorderen und hinteren Stoßfängern, benannt nach dem damaligen Mercedes-Benz-Designer Bruno Sacco

Selbstmörder-Türen

verschiedene Marken und Baureihen

bis 1961, dann Verbot, heute mit Auflagen erlaubt

hinten angeschlagene (vorn öffnende) Türen, die beim Ein- und Aussteigen viel Komfort bieten, aber auch gefährlich sein können, weil der Fahrtwind sie nicht zu-, sondern aufdrückt (namensgebende Suizide sind nicht belegt); heute sind hinten angeschlagene Türen, kombiniert mit Sicherheitseinrichtungen, wieder erlaubt, Beispiele sind BMW i3, Mazda RX-8, Mini Clubman (R55), Opel Meriva B sowie Rolls-Royce Ghost, Wraith, Dawn und Phantom

Telefonwählscheiben-Räder

Porsche 911 (G-Baureihe), 944 und 928

1978 bis 1989

serienmäßige oder optionale Aluminiumräder mit fünf Öffnungen, die an eine Telefonwählscheibe erinnern