Glossar: Spitznamen

Spitznamen für Fahrzeuge H bis M

Autor:  Peter Diehl
Kantenhauber
Kantenhauber

 

Mitunter neigen Menschen dazu, Spitznamen zu vergeben. Für andere Menschen, aber auch für Objekte, beispielsweise Fahrzeuge. Für historische Fahrzeuge und deren Bauteile haben wir mehr als 100 Spitznamen zusammengetragen, alphabetisch geordnet und erklärt. Manche Spitznamen sind nur in Teilen der Bundesrepublik bekannt, wodurch unser Nachschlagwerk selbst für Kenner zu einer Fundgrube wird.

 

Fahrzeug

Fahrzeug

Produktions-
zeitraum

Hintergrund

Hängebauchschwein

BMW 1er (E87)

2004 bis 2013

wegen der durchhängend wirkenden unteren Seitenlinie

Haifischmaul

Opel Olympia Rekord

1953 bis 1954

wegen der an ein Haifischmaul erinnernden Kühlermaske

Hauber

Lkw und Omnibusse verschiedener Marken und Baureihen

-

nach den Prinzipien „Fahrerkabine hinter dem Motor“ oder „Fahrerkabine zum Teil hinter, zum Teil über dem Motor“ konstruierte Fahrzeuge (vgl. Spitznamen Kurzhauber, Langhauber und Rundhauber)

Hausfrauen-Porsche

VW Karmann Ghia

1955 bis 1974

wegen seiner großen Beliebtheit bei weiblichen Käufern

Heckflosse

Mercedes-Benz W110

1959 bis 1968

wegen der an Heckflossen US-amerikanischer Fahrzeuge erinnernden Form der hinteren Kotflügel

Heizöl-Ferrari

diverse Pkw mit Dieselmotor

bis 1990er

spöttische Bezeichnung für Pkw mit Dieselmotor älterer Bauart (Vorkammer-Einspritzung, keine Aufladung, somit geringe Drehmoment- und Leistungsausbeute), die bereits im damaligen Straßenverkehr als langsam auffielen

Hochkühler

Mercedes-Benz W111 Coupé und Cabriolet

1959 bis 1969

im Rahmen einer Modellpflege (bei Daimler als MOPF abgekürzt) erhielt die Baureihe W111 1969 u. a. einen breiteren und flacheren Kühlergrill („Flachkühler“, Vor-MOPF-Fahrzeuge werden seither Hochkühler genannt)

Hundeknochen-Escort

Ford Escort der Serie 1

1967 bis 1974

wegen des beide Scheinwerfer und den Kühlergrill ein-fassenden Zierrahmens, der sich zwischen den Schein-werfern verjüngt und somit an einen Knochen erinnert 

Käfer

Volkswagen Typ 1

1938 bis 2003

wegen der an einen Käfer erinnernden Karosserieform; Hersteller Volkswagen AG übernahm den Spitznamen erst in den späten 1960er Jahren

Käseglocke

Messerschmitt Kabinenroller

1953 bis 1964

wegen des kuppelförmigen Dachs aus Plexiglas (vgl. Spitzname Schneewittchensarg)

Kantenhauber

Alfa Romeo Giulia Sprint GT

1963 bis 1970

weil das insgesamt von 1963 bis 1976 gebaute Coupé
bis zur Überarbeitung im Jahr 1970 eine Kante zwischen Frontblech und Motorhaube besaß

Knutschkugel

BMW Isetta

1955 bis 1962

weil sich unverheiratete Paare in diesem Fahrzeug zwangsläufig näher kamen; man beachte die damalige Rechtslage, insbesondere den Tatbestand der Kuppelei, der erst 1968 (DDR) bzw. 1969 (BRD) geändert wurde

Kommissbrot

Hanomag 2/10 PS

1925 bis 1928

wegen der an ein Brot erinnernden Karosserieform
(Kommiss = damals umgangssprachlich für Militär)

Kurzhauber

Lkw und Omnibusse verschiedener Hersteller

-

nach dem Prinzip „Fahrerkabine zum Teil hinter, zum Teil über dem Motor“ konstruierte Fahrzeuge (Vorteil: kürzere Bauform als Langhauber); schwere Kurzhauber von Mercedes-Benz werden auch als Rundhauber bezeichnet

Laubfrosch

Opel 4 PS

1924 bis 1931

wegen der kleinen Bauform und der ausschließlich grünen Außenlackierung

Langhauber

Lkw und Omnibusse verschiedener Hersteller

-

nach dem Prinzip „Fahrerkabine hinter dem Motor“ konstruierte Fahrzeuge

Leukoplast-Bomber

Lloyd LP 300

1949 bis 1961

wegen der mit Kunstleder überzogenen Sperrholz-Karosserie früher Fahrzeuge dieser Baureihe, die an Heftpflaster („Leukoplast“) erinnert; späte Fahrzeuge wurden mit Stahlblechkarosserie ausgestattet

Magnum-Ferrari

Ferrari 308 GTS

1975 bis 1985

weil Privatdetektiv Thomas Magnum, dargestellt von Schauspieler Tom Selleck, in der US-Fernsehserie „Magnum, p.i.“ ein solches Auto fuhr (im Verlauf der Fernsehserie kamen mehrere 308 zum Einsatz)

Minimax

Motorrad der Marke Ardie (ohne Baureihenbezeichnung, mit zunächst 288, später 304 cm3 großem Einzylinder-Zweitaktmotor)

1919 bis 1924

wegen des Tanks in Form eines Kegelstumpfs, der an die erste Bauform des Handfeuerlöschers „Minimax“ erinnert